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red squareNoch mehr Erfolge möglich mit Standardtherapie plus Amantadin und zunehmender Erfahrung der Ärzte

Welche Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Patient sollte antiviral mit einem Interferon behandelt werden?

Nach Konsensusempfehlungen in Frankreich oder den USA ist grundsätzlich jeder dieser Patienten ein Kandidat für eine Therapie. Jeder zweite Patient kann jedoch aufgrund der Nebenwirkungen von Interferon und Ribavirin nicht behandelt werden. Bei jedem Patienten muß also der Nutzen und das Risiko der Therapie abgewogen werden.

Ein typischer Idealkandidat für eine Therapie ist unter 60 Jahre alt, von der chronischen Infektion abgesehen gesund und hat in der Leberhistologie schon eine nachweisbaren Hinweis auf eine beginnende Leberzirrhose (Fibrose). Zurückhaltender mit der Behandlung sollte man bei einem Patienten sein, der auch bei engmaschiger Kontrolle viermal im Jahr immer normale Leberwerte hat und in der Gewebsprobe der Leber keine Fibrose. Das ist ein Patient, von dem wir wissen, daß er quasi nie eine Leberzirrhose entwickeln wird.

Ein anderes wichtiges Beispiel ist ein Patient, Ende 60, der eine koronare Herzerkrankung hat und die Fibrose nur minimal ist. Diesem Patienten würde die Therapie vielleicht eher gefährden, als daß sie ihm nutzt.

Therapie und Erfolgsaussichten

Es gibt verschiedene Typen von Hepatitis-C-Erregern. Man kann sie in sogenannte Subtypen Genotyp 1, 2 und 3 einteilen. Standard sollte heute die Therapie mit pegyliertem (PEG)-Interferon plus Ribavirin sein. Die besten Erfolgsraten in Studien liegen beim problematischen Genotyp 1 bei 51 Prozen (bei 51 Prozent der Patienten sind sechs Monate nach der Therapie keine Viren mehr im Blut nachweisbar), bei den Genotypen 2 und 3 liegen die besten Erfolgsraten bei über 80 Prozent.

Es gibt inzwischen unterschiedliche Therapien bei Virustyp 1 sowie bei den Virustypen 2 und 3. Bei Infektion mit Genotyp 1 sollten Patienten über ein Jahr und bei Genotyp 2 und 3 über ein halbes Jahr behandelt werden. Die Genotyp-2/3-Patienten benötigen auch nur eine geringere Ribavirin-Dosis. Diese individualisierten Therapien sind jedoch bisher nur für das PEG-Interferon-alfa-2a in Studien belegt worden. Ähnliche Studien laufen jedoch für PEG-Interferon-alfa-2b.

Es lassen sich die Therapie-Ergebnisse verbessern? Es sind neue Therapien gegen Hepatitis C in Sicht.

Es verdichten sich die Hinweise, daß man mit Amantadin zusätzlich zur Standardtherapie noch einmal fünf bis zehn Prozent mehr erfolgreiche Therapien bekommt.

Ganz entscheidend ist auch, daß Ärzte mehr Erfahrung bekommen und lernen, die Nebenwirkungen gut zu beherrschen, damit die Patienten die Behandlung nicht abbrechen. Das kann dann noch einmal fünf bis zehn Prozent mehr erfolgreiche Behandlungen bringen. Wir verlieren noch zu viele Patienten, die die Behandlung unnötigerweise abbrechen.

Völlig neue Therapieansätze

Richtig neue Substanzen sind Protease-Hemmstoffe, Polymerase-Hemmstoffe, Antikörper, Immunmodulatoren und therapeutische Impfstoffe. Die sind jetzt in der Phase 2 der klinischen Prüfung. Man kann aber heute noch nicht sagen, welche der Substanzen aufgrund von Effektivität und Sicherheit den Weg in die klinische Praxis finden werden.