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red squareKoloskopie(Dickdamspiegelung) - Vorsorge und Therapie in einem Gang

Seit einigen Monaten steht Menschen ab 56 Jahren eine Vorsorge-Koloskopie auf Krankenkassenkosten zu. Viele Krebsgeschwüre(Koloncarzinom) im Frühstadium entdeckt.

Seit einigen Monaten stehen die Vorsorgeuntersuchungen auf Kolonkarzinome für Frauen und Männer über 50 Jahre in der Liste der Kassenleistungen. 15 000 Koloskopien sind dabei nach Angaben von Professor Lothar Kanz vom Universitätsklinikum Tübingen seitdem gemacht und dabei 190 Karzinome im Frühstadium sowie 3300 Polypen entdeckt worden. Ein solcher Darmpolyp wird bei der Koloskopie mit einer Schlinge entfernt. Dies bedeutet, dass jeder 79ste scheinbar gesunde Mensch Träger eines Dickdarmkrebses war und ihm durch die Vorsorgeuntersuchung ein grausames und letztlich oftmals tödliches Leiden erspart worden ist. Es ist bekannt, dass Dickdarmpolypen häufig nach einiger Zeit krebsig entarten. So dass man sicher davon ausgehen kann, dass von den einfernten Polypen noch einige schlimmes Unheil verursacht hätten.

Sensationell nannte der Onkologe(Krebsspezialist) die hohe Rate von einem Prozent entdeckter Karzinome. Mit Blick auf diese Zahlen müssen wir Hausärzte allen älteren Menschen dringend raten, die Chance zur Früherkennung zu nutzen. Dabei kommt der Aufklärung eine entscheidende Bedeutung zu. Wegen der Wichtigkeit gibt es derzeit eine bundesweite Kampagne, die Krankenkassen, medizinische Fachgesellschaften und die Burda-Stiftung gemeinsam unterstützen.

Als zweithäufigste Krebsart ist das Kolonkarzinom fast schon eine Volkskrankheit. Jährlich wird sie in Deutschland bei ungefähr 60 000 Männern und Frauen neu diagnostiziert, für 35 000 von ihnen verläuft sie tödlich. Wie Studien ergeben haben, würde durch eine konsequente Umsetzung der derzeit empfohlenen Vorsorgerichtlinien die Zahl der Neuerkrankungen um 80 Prozent sinken. Denn die Karzinome entwickeln sich fast immer aus Polypen, die, rechtzeitig entdeckt, problemlos entfernt werden können. Selbst wenn bereits Karzinome entstanden sind, diese sich noch im Frühstadium befinden, sind die Heilungsaussichten sehr gut.

Doch wie sind Menschen, die allem Anschein nach gesund sind, dazu zu bewegen, sich einer Vorsorgeuntersuchung zu unterziehen, die wie die Koloskopie mit allerlei Unpäßlichkeiten verbunden ist? Schlimme Geschichten kursieren darüber, die Patienten bekommen Angst und folglich drücken sie sich davor. So erscheinen viele nicht einmal dann zur Koloskopie, wenn der Test auf Blut im Stuhl positiv ist.

Dabei ist die Darmspiegelung relativ harmlos. Schwerer fällt es den meisten Menschen teilweise ab 14 Uhr des vorangehenden Nachmittags nichts mehr zu essen und Abführmittel zu nehmen. Das ist notwendig damit der Darm leer ist, da der untersuchende Arzt sonst die Innenhaut des Darmes nicht sicher beurteilen kann. Aber unter Fasten und Abführmitteln können sich die Patienten etwas vorstellen, so dass der Hausarzt bei seiner Überzeugungsarbeit dort ansetzen und erklären kann, daß ihnen bei der Vorbereitung zur Darmspiegleung nichts Ernsteres bevorsteht als leichter Durchfall.

Diese Unannehmlichkeit ist nichts im Vergleich zu dem medizinischen Nutzen. Wenn man bedenkt, dass nahezu sicher der Tod durch Dickdarmkrebs vermieden werden kann. Abgesehen davon kann diese Erkrankung mit einer Riesenquälerei verbunden sein.

Krebs-VorsorgeNach den aktuellen Richtlinien zur Darmkrebs-Früherkennung wird eine Untersuchung auf okkultes Blut im Stuhl für Männer und Frauen zwischen 50 und 55 Jahren jährlich empfohlen, ab dem 56. Lebensjahr alle zwei Jahre, wenn keine Koloskopie stattfand. Eine Koloskopie wird ab dem 56. Lebensjahr empfohlen, die nächste frühestens zehn Jahre später.